Wird es einen neuen Therapiestandard bei Kopf/Hals Karzinomen geben?

finale Daten der Keynote-048-Studie:
Die Studie lieferte erfolgversprechende Daten für die 1st-line Therapie mit Pembrolizumab alleine oder in Kombination mit einer platinbasierten Chemotherapie im Vergleich zur Standardtherapie (EXTREME-Protokoll) bei Patienten mit metastasiertem oder nicht resektablem Plattenepithelkarzinom im Kopf/Hals Bereich. Die Patienten profitierten von der Kombination Pembrolizumab+Cisplatin im Sinne eines verbesserten overall survival bei nahezu vergleichbarem Sicherheitsprofil. Die Monotherapie mit Pembrolizumab verbesserte bei den PD-L1-Hochexprimierern (CPS>20 bzw. >1) ebenso das overall survival. In der Gesamtpopulation war die Monotherapie mit dem PD-L1-I der Standardtherapie nicht unterlegen, bei insgesamt weniger Nebenwirkungen. Es wird erwartet, dass sich die Kombination bzw. auch die Monotherapie als neuer Standard etabliert. Aktuell ist Pembrolizumab noch nicht zur 1st-line Behandlung von Kopf/Hals Karzinompatienten in Deutschland zugelassen.
(Rischin D et al., J Clin Oncol 37, 2019/ Abstract 6000, ASCO 2019)

gBRCA-mutiertes Pankreaskarzinom – Patienten profitieren von PARP-Inhibitor Olaparib
Zwischenanalyse der POLO-Studie: Es wird der Benefit einer Olaparib Erhaltungstherapie im Anschluss an eine platinbasierte Chemotherapie bei Patienten mit mestastasiertem Pankreaskarzinom und Nachweis einer Keimbahnmutation im BRCA1-, oder BRCA2- Gen untersucht. Die Behandlung mit Olaparib beginnt vier bis acht Wochen nach der letzten Chemotherapie. Nach 24 Monaten waren bisher 22% der Patienten unter Olaparib ohne Progress im Vergleich zu 9,6% unter Placebo. Dieser Benefit war statistisch signifikant (PFS im median 7,4 vs. 3,8 Monate; HR 0,53; p=0,0038). Nach aktueller Auswertung gibt es für die Patienten durch die Behandlung mit Olaparib keine Beeinträchtigung der Lebensqualität. Sollten sich die Daten dieser Zwischenanalyse weiter erhärten, dürfte sich für Träger einer Keimbahnmutation im BRCA1,- und BRCA2-Gen ein neuer Therapiestandard etablieren. Allerdings sind dies lediglich 4-7% aller metastasierten Pankreaskarzinompatienten.
(Kindler et al; J Clin Oncol 37, 2019)