S3-Leitlinie Hodenkrebs – Version 1.0 – Mai 2019

Keimzelltumoren des Hodens sind bei 20- bis 40-jährigen Männern die häufigste Tumorerkrankung. Rund 4.000 Männer erhalten jedes Jahr in Deutschland diese Diagnose. Die interdisziplinäre Kooperation ist eine enorm wichtige Voraussetzung für den Behandlungserfolg, vor allem für eine Verbesserung der Therapiesteuerung in den metastasierten Hochrisiko- und Rezidivgruppen. Außerdem bewährt es sich, bei der Betreuung von Patienten mit Hodenkarzinome eine qualifizierte, unabhängige Zweitmeinung ein zu holen. Jeder dritte Patient mit Hodenkrebs erhält ein anderes therapeutisches Konzept, als ursprünglich vorgesehen, wenn sein behandelnder Arzt nach der Diagnose eine entsprechende Zweitmeinung einholt. Das zeigten die Erfahrungen des Projektes des bundesweiten Zweitmeinungsnetzwerkes Hodentumor (Aqua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen in Göttingen, TK-Landesvertretung Hessen). Die zweite Meinung hilft, unnötige oder belastende Behandlungen zu vermeiden und verbessert so die Versorgung für der Patienten deutlich. In dem Online-Zweitmeinungsportal bieten aktuell fast 40 Experten der Deutschen Hodentumorstudiengruppe an, die Erstdiagnose und Therapieplanung beratend zu unterstützten.

Veröffentlichung LL Hodentumoren